- Wellensittiche & kleine Sittiche:
Mausern meist schubweise zwei- bis dreimal im Jahr. Durch ihren extrem hohen Stoffwechsel verbrauchen die kleinen Australier enorm viel Energie. Sie bekommen am Kopf schnell sichtbare Stoppeln (Blutkiele). Bei Nährstoffmangel kommt es rasch zur sogenannten „Stockmauser“, bei der das Gefieder unvollständig oder deformiert nachwächst. - Nymphensittiche:
Zeigen durch ihre lange Federhaube und die markanten Schwanzfedern einen sehr auffälligen Gefiederwechsel. Nymphensittiche reagieren während der Mauser besonders sensibel auf kühle Zugluft sowie trockene Heizungsluft und neigen bei Nährstoffmangel zu brüchigen Federschäften. - Graupapageien & Kakadus (Puderdaunen-Arten):
Diese Arten besitzen unzählige Puderdaunen, die stetig nachwachsen und zerfallen. Ihre Mauser verläuft meist kontinuierlich über das ganze Jahr mit Spitzen im Spätsommer. Wenn die Blutkiele sprießen, juckt die Haut durch den zusätzlichen Gefiederstaub stark. Tägliches Baden oder sanftes Einsprühen ist bei diesen Arten Pflicht, um den Juckreiz zu lindern und Rupfen vorzubeugen. - Amazonen (Neigung zu Verfettung):
Amazonen besitzen kaum Puderdaunen und pflegen ihr Gefieder intensiv über das Sekret der Bürzeldrüse. Da Amazonen in Heimtierhaltung schnell zu Übergewicht und Leberproblemen neigen, darf während der Mauser keinesfalls die Fettzufuhr (z. B. durch mehr Nüsse oder Sonnenblumenkerne) erhöht werden! Sie benötigen reine, hochwertige Eiweißbausteine (Methionin) und Vitamine bei moderatem Fettgehalt. - Aras (Hoher Energiebedarf):
Die riesigen Schwung- und Schwanzfedern der Aras sind tief in der Haut verankert. Der Verlust und das vollständige Nachwachsen einer einzigen Feder kostet den Körper enorm viel Kraft. Im Gegensatz zu Amazonen haben Aras während der Mauser einen deutlich höheren Energie- und Fettbedarf (z. B. durch hochwertige, gesunde Fettsäuren aus Nüssen in Maßen), um Substanzverlust zu verhindern. - Edelpapageien (Spezialfall beim Gefieder):
Edelpapageien haben eine einzigartige, samtige Federstruktur und besitzen weder Puderdaunen noch eine aktive Bürzeldrüse. Ihr Verdauungstrakt ist extrem lang. Während der Mauser reagieren sie hochsensibel auf künstliche Zusätze. Sie sollten den erhöhten Nährstoffbedarf primär über natürliche Aminosäuren, Keimfutter und pflanzliches Beta-Karotin (Vitamin A) abdecken. - Kanarienvögel & Prachtfinken:
Bei diesen Arten findet im Spätsommer/Herbst meist eine sehr kompakte Vollmauser statt. Kanarienvögel stellen in dieser Phase häufig ihren Gesang komplett ein. Mangelernährung führt bei ihnen rasch zu Apathie oder zum Verblassen der Gefiederfarbe.
Das Fundament im Napf: Worauf es beim Körnerfutter während der Mauser ankommt
Eine Ergänzung mit Vitaminen und Frischfutter bringt wenig, wenn die tägliche Hauptnahrung aus einem nährstoffarmen Standardfutter besteht. Während der Mauser benötigt der Körper eine extrem hochwertige, frische und ausgewogene Körnermischung.
1. Maximale Frische & hohe Keimfähigkeit
Minderwertiges oder überlagertes Futter verliert mit der Zeit wertvolle Fette, Vitamine und Enzyme. Bei Ricos achten wir bei jedem Papageienfutter und Sittichfutter auf absolute Saatenfrische. Ein einfacher Test zeigt den Unterschied: Frische, hochwertige Saaten sind keimfähig und stecken voller lebendiger Zellenergie, die der Vogelkörper jetzt dringend braucht.
2. Vielfalt statt leerer Füllstoffe
Billigmischungen bestehen oft zu großen Teilen aus günstigen Füllsaaten oder enthalten künstliche Farb- und Bäckereinebenerzeugnisse. Eine hochwertige Mischung bietet eine breite Vielfalt an naturbelassenen Einzelsaaten, Ölsaaten und Mehlsaaten, damit der Vogel seinen Nährstoffbedarf gezielt decken kann.
3. Frischeschutz durch Schutzgasverpackung (Statt Konservierungsstoffe)
Naturprodukte wie Saaten und Nüsse enthalten wertvolle pflanzliche Fette. Kommen diese dauerhaft mit Sauerstoff in Berührung, oxidieren sie: Das Futter wird ranzig, Vitamine bauen sich ab und wertvolle Nährstoffe gehen verloren.
Bei Ricos setzen wir deshalb auf eine Verpackung unter Schutzgas. Durch den gezielten Sauerstoffentzug bleiben die natürlichen Fette, Eiweiße und Vitamine im Korn so frisch wie am Tag der Ernte – völlig ohne chemische Konservierungsstoffe. Zudem nimmt diese Schutzatmosphäre Pilzsporen und Schädlingen die Lebensgrundlage.
So garantieren wir dir ein absolut hochwertiges, keimfähiges Futter, das dein Vogel während der kräftezehrenden Mauser mit vollem Nährstoffgehalt unterstützt.
4. Die richtige Balance zwischen Mehl- und Ölsaaten
Während energieliebende Arten oder kleine Vielfraße mit extrem hohem Stoffwechsel hochwertige Eiweiße und pflanzliche Fette (z. B. aus Kardi, Mariendistel, Hanf, Nigersaat oder Leinsamen) gut verwerten, dürfen Mischungen für verfettungsgefährdete Arten wie Amazonen auch in der Mauser nicht zu schwer sein. Für sie eignen sich leicht bekömmliche Mischungen auf Basis von hochwertiger Kanariensaat (Glanz), diversen Hirsesorten, Nackthafer oder Buchweizen. Hier setzt Ricos auf artgerecht abgestimmte Rezepturen, die Keratin-Bausteine liefern, ohne Leber und Verdauung unnötig zu belasten.
Praktische Tipps für den Alltag: So hilfst du deinem Vogel jetzt persönlich
Als Halter kannst du deinem Schützling die anstrengende Mauserzeit mit einfachen, wirkungsvollen Maßnahmen im Alltag spürbar erleichtern:
1. Juckreiz lindern: Luftfeuchtigkeit & sanfter Badespaß
Die nachwachsenden Blutkiele sind von festen Hornhüllen umgeben. Feuchtigkeit weicht diese Hüllen auf, sodass die Feder leichter durchbrechen kann, und lindert gleichzeitig den lästigen Hautjuckreiz.
- Baden anbieten: Biete täglich frisches, lauwarmes Wasser in einer flachen Schale an.
- Einsprühen: Viele Vögel lieben es, mit einer feinen Pflanzenspritze (nur für Vögel genutzt!) sanft von oben eingenebelt zu werden.
- Raumklima: Achte auf eine Luftfeuchtigkeit von etwa 50 bis 60 %.
2. Vorsicht beim Kraulen & Anfassen
Auch wenn dein Vogel sonst sehr verschmust ist: Die frisch sprießenden Blutkiele sind stark durchblutet, nervlich versorgt und extrem schmerzempfindlich.
- Kraul den Vogel in dieser Phase nur sehr vorsichtig und nur an Stellen, die keine nachwachsenden Stoppeln aufweisen.
- Vermeide Druck auf den Kopf- und Nackenbereich, wenn dort viele Kiele gleichzeitig wachsen.
3. Ungestörte Nachtruhe & Erholung
Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, was den Körper schnell ermüdet.
- Gönne deinen Vögeln 10 bis 12 Stunden ungestörte Nachtruhe in einem abgedunkelten, ruhigen Raum.
- Vermeide in dieser Zeit unnötigen Umgebungsstress wie das Umstellen von Möbeln oder lange Autofahrten.
4. Ernährung im Sommer: Der ehrliche Blick auf Keimfutter, Gemüse & Kräuter
Keim- und Quellfutter gilt als absolute Nährstoffbombe bei der Mauser, da durch den Keimprozess Aminosäuren und Vitamine vervielfacht werden. Aber Vorsicht im Hochsommer!
Das Risiko bei Hitze
Bei heißen Sommertemperaturen keimen nicht nur die Saaten, sondern auch Bakterien und Pilzsporen im Eiltempo. Schimmel und Krankheitserreger bilden sich oft unbemerkt und können beim Vogel zu gefährlichen Kropfentzündungen führen. Wenn du Keimfutter im Sommer anbietest, muss es extrem gründlich gespült und nach maximal 2 bis 3 Stunden wieder entfernt werden.
Die sichere Alternative: Die besten Frische-Kicker
Wenn es draußen sehr heiß ist, weiche lieber auf frische, unbedenkliche Botanik aus. Frischkost bringt Abwechslung in den Napf, spendet Feuchtigkeit und liefert organische Vitalstoffe.
Doch nicht jedes Grünzeug hilft beim Gefiederaufbau gleich gut! Wasserreiches Gemüse wie Gurke ist im Sommer zwar ein super Durstlöscher, liefert aber kaum die Bausteine, die der Vogel für die Federbildung braucht. Kombiniere Gurke daher immer mit echten Mauser-Champions:
Heimische Wildkräuter als kostenlose Mineralstoff-Quelle
Vogelmiere und Löwenzahn sind der absolute Liebling fast aller Sittiche und Papageien. Sie stecken voller natürlicher Kieselsäure, Kalzium und Mineralien, die direkt in den Federschaft eingebaut werden.
Ein wahrer Nährstoff-Booster ist auch die junge Brennnessel. Vor dem Verfüttern wird sie kurz mit heißem Wasser abgebraust oder leicht zerdrückt, um die Brennhaare zu entschärfen, und liefert dann wertvolles pflanzliches Eiweiß sowie Eisen. Spitz- und Breitwegerich punkten wiederum mit viel Silizium, was die Hautbarriere stärkt, aus der die Kiele sprießen.
Vitamin-A- und Beta-Karotin-reiches Gemüse für Haut & Blutkiele
Möhren und Karotten gehören am besten fein geraspelt auf den Speiseplan. Ihr Beta-Karotin ist die Vorstufe von Vitamin A und schützt die empfindliche Haut sowie die Schleimhäute der sprießenden Blutkiele. Ein kleiner Spritzer hochwertiges Pflanzenöl (wie Weizenkeimöl) hilft dem Körper bei der Aufnahme.
Auch leicht gekochte Süßkartoffel oder Kürbis sind hervorragende Beta-Karotin-Lieferanten, die selbst von wählerischen Papageien gerne angenommen werden. Brokkoli und Fenchel runden das Angebot ab und liefern pflanzliches Eiweiß, Vitamin C und Zink für die Zellteilung im Follikel.
Küchenkräuter gegen Entzündungen & Juckreiz
Basilikum, Koriander und Dill werden von vielen Vögeln geliebt. Ihre ätherischen Öle wirken leicht antibakteriell, beruhigen den Magen-Darm-Trakt und sorgen für Appetit bei mauserbedingter Trägheit. Thymian und Oregano wirken zudem natürlich keimhemmend und unterstützen das Immunsystem, das während des Gefiederwechsels besonders gefordert ist.
Ricos Profi-Tipp für Frischmuffel:
Manche Vögel verweigern unbekanntes Gemüse rigoros. Raspel Karotten oder Zucchini ganz fein und streue etwas von Ricos begehrter Körnermischung oder Hirse darüber. So nehmen sie die gesunden Säfte beim Picken der Saaten ganz nebenbei auf!
Wichtig im Sommer: Durch die Feuchtigkeit des Gemüses gärt die Futtermischung bei hohen Temperaturen sehr schnell. Entferne den Napf bei Hitze daher spätestens nach 2 Stunden wieder aus dem Käfig.
5. Gezielte Nährstoff-Ergänzungen
Wenn Vögel Frischfutter verweigern, wählerisch sind oder extrem stark mausern, helfen hochwertige Ergänzungsmittel über das Futter oder Trinkwasser, um den massiv erhöhten Bedarf zu decken. Achte hierbei gezielt auf Präparate mit den schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Lysin sowie wichtigen B-Vitaminen (Biotin), um den Keratinaufbau direkt zu unterstützen.
Gezielte Nährstoff-Ergänzungen: Ricos Empfehlungen für die Mauser
Für die Gabe über feuchtes Frischfutter oder Weichfutter empfehlen wir besonders die Prime Futterergänzung. Sie liefert exakt diese essenziellen Aminosäuren (L-Lysin und DL-Methionin) sowie den kompletten B-Komplex. Das Pulver haftet hervorragend am Futter und wird bestens aufgenommen.
Als bewährte Alternative für das Trinkwasser eignet sich NEKTON-S. Es löst sich rückstandslos im Wasser auf und stellt sicher, dass auch Vögel, die Frischfutter eher verschmähen, optimal mit allen nötigen Vitaminen und Aminosäuren durch die Mauser kommen.
6. Extra-Tipp zur Hygiene:
Bodenstreu während der Mauser öfter wechseln
Wenn hunderte neuer Federn aufbrechen, lösen sich schlagartig zahllose feste Hornhüllen. Zusammen mit den ausfallenden Daunen bildet sich am Volierenboden eine feine Schicht aus Keratinstaub und Hornschuppen. In Kombination mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Badespritzern ist dieses organische Material ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Wechsle Einstreu oder Sand während der Mauserphase daher etwas häufiger als gewohnt, um die Raumluft und den Volierenboden hygienisch sauber zu halten.
Fazit: So wird die Mauser vom Kraftakt zum Erfolg
Die Mauser ist für Papageien und Sittiche eine hochkomplexe biologische Herausforderung, die dem gesamten Körper viel Kraft abverlangt. Mit der richtigen Kombination aus frischem, mehrfach gereinigtem Ricos Körnerfutter, gezielten Aminosäuren (wie Methionin), ausreichend Feuchtigkeit und ungestörter Nachtruhe hilfst du deinem Schützling, diese Phase gesund und stressfrei zu meistern.
Achte auf die individuellen Bedürfnisse deiner Vogelart, biete im Sommer frische Grünfutter-Alternativen statt leicht verderblichem Keimfutter an und behalte die Gefiedergesundheit aufmerksam im Blick. So wächst in wenigen Wochen wieder ein dichtes, glänzendes und voll funktionsfähiges Federkleid nach!